Körpergewahrsein

Unseren Körper feinfühlig wahrzunehmen gibt Selbstbewusstsein und ermächtigt uns, Gewohnheiten des Alltags hinter uns zu lassen. Sich achtsam zu spüren und in Bewegung zu sein lässt uns die Angst vor Veränderung transformieren. Die Erfahrung des Atems, der einzelnen Körperteile und Organe, des eigenen Stehvermögens, der Aufrichtung und körperlichen Mitte, des Gleichgewichts, des “Geerdetseins” und des Spannungszustands schenkt uns die Möglichkeit, unsere Erlebnis- und Empfindungsfähigkeit zu vertiefen und unsere Lebensqualität zu erhöhen.

Unser Bewegungsbedürfnis ist natürlich und hat mit dem Verlangen nach Ausdruck, Gestaltung und Darstellung zu tun. Anspannung und Entspannung, Festhalten und Loslassen, Druck und Gelassenheit, Energie und Ruhe schwingen zyklisch und drücken sich ganzheitlich aus. Diese Pendelbewegung ist körperlich und gefühlsmäßig spürbar und hält unseren Organismus im Fließgleichgewicht. Sich seiner physischen und psychischen Mitte immer wieder anzunähern, bringt ins Lot und regt die Selbstheilungskräfte an.

Bewegung und Ausdruck helfen, unseren beschäftigten Geist zu beruhigen. Die freie, impulsive körperliche Äußerung von Gefühlen kommt dem Loslassen von Energie gleich. Sie weicht emotionale und körperliche Verhärtungen auf und bringt vitale Energie ins Fließen.

Die achtsame Wahrnehmung wiederkehrender Schwingungsmuster bringt unseren Geist in die Gegenwart, ordnet, klärt und stabilisiert ihn. Die Kraft der Wiederholung von Atemfluss, Körperbewegungen, Sprache, Musik und/oder Stimmungsbildern in der Natur erleichtern uns den Zugang zu Stille und Nichtstun. Ein meditativer friedlicher Zustand stellt sich danach wie von selbst ein, frei von Gedanken und zutiefst entspannt. Im Nichtstun sich beobachtend zu spüren, still und ruhig mit geschlossenen Augen, erwartungsvoll mit offenem Herzen, dann kann Meditation entstehen. Die innere Sammlung geschieht durch begleitende Töne, Klänge und Melodien leicht und fast mühelos. Musik ist eine universelle Sprache, die uns im Herzen tief berühren kann.

Eine regelmäßige Praxis von Körpergewahrsein und Meditation führt uns den dauernden Wandel unserer Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken vor Augen. Die Einsicht in die Veränderlichkeit von jedem Augenblick ist eine Chance, den Herausforderungen des Lebens mit mehr Abstand und Gelassenheit zu begegnen. Ausgeglichenheit und Ruhe, Freude und Zufriedenheit können wohltuende Steine auf unserem Weg in die innere Freiheit sein. Dabei ist die Meditation ein Schlüssel zu unserer inneren Natur, eine unerschöpfliche Kraftquelle.

 

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Bildquelle: Amina Ch. Karge

 

 

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